5. November 2025

Aufhebungsvertrag – worauf Arbeitnehmer unbedingt achten müssen

Ein Aufhebungsvertrag kann auf den ersten Blick wie eine unkomplizierte Lösung erscheinen, um ein Arbeitsverhältnis schnell und einvernehmlich zu beenden. Doch wer unüberlegt unterschreibt, kann erhebliche rechtliche und finanzielle Nachteile erleiden. Arbeitnehmer sollten genau wissen, worauf sie achten müssen, bevor sie zustimmen.

Was ist ein Aufhebungsvertrag?

Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Er ersetzt die Kündigung und regelt, zu welchem Zeitpunkt das Arbeitsverhältnis endet – in der Regel unter Beachtung der im Arbeitsvertrag vereinbarten Fristen und Bedingungen. Oft werden im Vertrag auch Punkte wie Abfindung, Resturlaub, Freistellung, Arbeitszeugnis oder Rückgabe von Firmeneigentum festgelegt.

Worauf Arbeitnehmer besonders achten sollten:

1. Keine vorschnelle Unterschrift

Ein Aufhebungsvertrag ist sofort bindend – es gibt kein Widerrufsrecht. Arbeitnehmer sollten sich den Vertrag in Ruhe durchlesen, ihn mit nach Hause nehmen und sich ggfs. rechtlich beraten lassen, bevor sie unterschreiben.

2. Sperrzeit beim Arbeitslosengeld vermeiden

Die Agentur für Arbeit verhängt eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen, wenn das Arbeitsverhältnis freiwillig beendet wird. Diese Sperrzeit kann vermieden werden, wenn der Aufhebungsvertrag aus einem wichtigen Grund erfolgt – etwa zur Abwendung einer drohenden betriebsbedingten Kündigung mit vergleichbaren Konditionen.

3. Abfindung prüfen

Eine Abfindung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wird eine angeboten, sollten Arbeitnehmer die Höhe und steuerliche Folgen prüfen. Eine fundierte Berechnung kann helfen, ein faires Angebot zu erkennen.

4. Enddatum und Vertragsinhalt

Das Enddatum des Arbeitsverhältnisses sollte vertraglich korrekt und nicht rückwirkend vereinbart werden. Es muss mit den Regelungen im bestehenden Arbeitsvertrag übereinstimmen.

Außerdem sollten Vereinbarungen zu Resturlaub, Überstunden und Zeugniserteilung klar geregelt sein.

5. Drucksituationen vermeiden

Niemand sollte einen Aufhebungsvertrag unter Druck oder Überraschung unterschreiben. Wer sich bedrängt fühlt, sollte das Gespräch beenden und eine Bedenkzeit einfordern. In solchen Situationen ist anwaltliche Unterstützung besonders wichtig.

Fazit: Beratung schützt vor teuren Fehlern

Ein Aufhebungsvertrag kann eine faire und schnelle Lösung sein – wenn er sorgfältig geprüft wird. Doch ohne genaue Kenntnis der rechtlichen Folgen riskieren Arbeitnehmer Sperrzeiten, Abfindungsverluste oder steuerliche Nachteile.

Tipp: Lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen. Eine kurze Beratung kann verhindern, dass Sie langfristig Nachteile in Kauf nehmen müssen.